Vor der Kommunalwahl im September 2025 wurde eine Sanierung des Haushaltes auf Kosten von Elternbeiträgen noch von allen Parteien abgelehnt. Der aktuelle Verwaltungsentwurf der Elternbeitragssatzung sieht nun aber doch Mehreinnahmen der Stadt von über eine Million Euro vor.

Grafik: Übersicht der Elternbeiträge entsprechend der Jahreseinkommen für U2-Kinder mit 45 Std. wöchentlicher Betreuung
Familien mit geringem und mittlerem Einkommen werden am stärksten belastet
Mit dieser neuen Beitragssatzung werden zudem ausgerechnet kleine und mittlere Einkommen am stärksten belastet, stellen der Fraktionsvorsitzende von ZLR, Daniel Jaeckel und der Vorsitzende der Wählergemeinschaft, Marcel Peters fest. Zwar begrüßen sie ausdrücklich die Beitragsfreiheit für Einkommen bis 45.000 €.
Sie halten es aber andererseits für sozial unvertretbar, dass ausgerechnet Familien prozentual am höchsten belastet werden sollen, deren Haushaltseinkommen zwischen 45.000 € und 85.000 € liegt.

Grafik: Prozentuale Belastung der Eltern entsprechend der Jahreseinkommen; unabhängig vom Alter der Kinder sowie dem Betreuungsgrad
Marcel Peters rechnet vor, dass bei einem Jahreseinkommen der Eltern von 85.000 € nach dem Vorschlag der Verwaltung eine Belastung von 6,5 Prozent entstehe. Dagegen hätte eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 150.000 € in diesem Jahr nur eine Belastung von 4,6 Prozent; durch Dynamisierungen steige die Belastung bis zum Jahr 2028 auf maximal 5,1 Prozent.
Marcel Peters, der auch stimmberechtigtes Mitglied für ZLR im Jugendhilfeausschuss ist, verdeutlicht, dass Rösrath damit bei den kleinen und mittleren Einkommen deutlich über den Beitragssatzungen benachbarter Kommunen im Rheinisch-Bergischen-Kreis liege würde.
Ist das kinder- und familienfreundlich?
Der Fraktionsvorsitzende Daniel Jaeckel meint hierzu: „Für eine Stadt, die sich als kinder- und familienfreundlich darstellen will, wäre diese Beitragssatzung ein Armutszeugnis. Der Vorschlag der Verwaltung wurde mit der heißen Nadel gestrickt. Er ist sozial ungerecht und darf so nicht in Kraft treten“.
Giselher Dick, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von ZLR, bedauert, dass sich die anderen Fraktionen nicht dazu entschließen konnten, dem Vorschlag von Grünen und ZLR aus dem letzten Jahr zu folgen. Beide Parteien setzen sich für eine gleichmäßige Belastung aller Familienhaushalte und damit der Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen ein. Dieser Vorschlag hätte zudem nur zu den von allen Parteien ursprünglich versprochenen moderaten Mehreinnahmen geführt.
ZLR appelliert daher erneut, nicht junge und einkommensschwächere Familien überproportional zur Sanierung des Haushalts heranzuziehen. Entsprechend werde man den Vorschlag der Verwaltung am 23.03. im Stadtrat ablehnen.
Rösrath, den 19.03.2026,
Wählergemeinschaft Zusammen Leben Rösrath e.V.
