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Fahrrad und Rösrath? Viel Luft nach oben!

Die gerade vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) veröffentlichten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 für Rösrath haben uns nur wenig überrascht. Unter den Städten und Gemeinden zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern belegt Rösrath den bescheidenen Rang 314 von insgesamt 408 Orten. Das heißt: 75% aller Kommunen mit vergleichbarer Größe haben besser abgeschnitten, wobei dort sicher auch in seltensten Fällen „holländische Verhältnisse“ in puncto Fahrradfreundlichkeit herrschen dürften.

Hintergrund: Was ist der Fahrradklima-Test?

Der Fahrradklima-Test des ADFC ist nach eigenen Angaben eine der weltweit größten Befragungen zur Fahrradfreundlichkeit. Im Jahr 2020 wurde diese Befragung bereits zum neunten Mal durchgeführt. Beteiligt haben sich daran 230.000 Personen aus 1000 Kommunen. Das Ziel des Tests beschreibt der ADFC folgendermaßen: „Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests ermöglichen Städten und Gemeinden eine Standortbestimmung zu ihrer Fahrradfreundlichkeit. Identifizierte Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen Orten können für gezielte Maßnahmen und Programme genutzt werden. Für Kommunen haben sich die Ergebnisse als Orientierungshilfe bewährt.“

Den Teilnehmern wurden dabei 27 Fragen gestellt, z.B. nach ihrem Spaß- oder Stressgefühl beim Radfahren, der Qualität und Reinigung der Radwege, der Falschparkerkontrolle, sowie nach Hindernissen und Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Einige wichtige Ergebnisse für Rösrath

Aus Rösrath haben insgesamt 94 Personen an der ADFC-Umfrage teilgenommen. Eine Auflistung aller Daten findet sich beim ADFC zum Herunterladen. Die Ergebnisse verdienen sicherlich eine detaillierte Betrachtung, die den Rahmen einer ersten Einschätzung übersteigt. Dennoch möchten wir hier punktuell einige Erkenntnisse herausgreifen:

  • Um die 80% bewegten sich negative Bewertungen zum allgemeinen Sicherheitsgefühl, zu Konflikten mit Kfz, Hindernissen auf Radwegen durch Kfz, sowie Fahren auf Radwegen durch Autos. Das bisherige Primat des Autoverkehrs wurde durch die Radfahrer*innen also eindrucksvoll gespiegelt.
  • Noch eklatanter waren die negativen Einschätzungen zur Breite von Radwegen (94% negativ), deren Oberflächenqualität (84%) und die Führung an Baustellen (85%).
  • Einige wenige kleinere Lichtblicke gab es ebenfalls: Knapp überwiegend positive Wertungen verteilten die Befragten für die prinzipelle Erreichbarkeit der Stadtzentren (54%), die Zügigkeit des Radfahrens (65%), sowie die Verfügbarkeit öffentlicher Fahrräder (52%).

Diese Lichtblicke können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verkehrpolitik im Hinblick auf nachhaltige Mobilität als eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre begriffen werden muss.

Der Blick über die Stadtgrenze ernüchtert ebenso

Für Fahrradpendler nach Köln ist der Blick auf die Ergebnisse der Domstadt ebenfalls interessant: Leider hat Köln im Fahrradklima-Test 2020 als Schlusslicht aller Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern abgeschnitten.

Dass politischer Wille tatsächlich etwas bewirken kann, zeigt die Stadt Wiesbaden. Vor nicht langer Zeit noch auf dem vorletzten Rang 25 der Städte zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern, kletterte die Stadt innerhalb weniger Jahre auf einen respektablen siebten Platz. Unter dem grünen Verkehrsdezernenten Andreas Kowol wurden zahlreiche fahrradfreundliche Maßnahmen initiiert, die nun sichtbar von Erfolg gekrönt wurden.

Die Zeit ist reif für einen echten Mobilitätswandel

Das aktuelle Ergebnis des Fahrradklima-Tests bietet auch etwas Tröstliches: Eigentlich kann es in Rösrath nur besser werden.

Auf Basis der Befragung sollten die verschiedenen Bewertungsdimensionen im Detail analysiert und messbare Ziele für die künftige Entwicklung definiert werden. Dies muss selbstverständlich unter Berücksichtigung anderer zukunftsrelevanter Themen – Stichwort „nachhaltige Kommune“ – stattfinden.

Mit unserem Verkehrsschwerpunkt im Kommunalwahlkampf (Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, Tempo 30 in den Zentren, Umleitung unnötigen Schwerlastverkehrs) glauben wir, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Kleine Verbesserungen wie neue Fahrradständer sind immer willkommen, aber: Nun gilt es auch die großen Themen anzugehen.

Von unserer neuen Bürgermeisterin erhoffen wir uns hier konsequentes Handeln. ZLR bietet an, den Prozess hin zu einer fahradfreundlichen Stadt Rösrath aktiv zu unterstützen.

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Pressemitteilung

Dreimol Null es Null, bliev Null

Die Wählergemeinschaft Zusammen Leben Rösrath wendet sich gegen die Forderung von Forspark, den Hebesatz der Gewerbesteuer zu senken (vgl. Artikel des KStA vom 03.03.2021, „Fors-Park für Senkung der Gewerbesteuer“).

Senkung Gewerbesteuer? Am Thema vorbei!

Es geht in der Bewältigung der Krise nicht darum, den regionalen Einzelhandel, das Dienstleistungs- und Gastronomiegewerbe zu stärken und im gleichen Zuge die Stadt zu schwächen, welche mit den Steuereinnahmen u.a. auch lokale Projekte für den Einzelhandel fördert. Es geht vielmehr darum, ein Gesamtpaket zu beschließen, dessen Maßnahmen nachhaltig wirken. Die Coronapandemie hat die Stadt Rösrath allein im Jahr 2020 mehr als 1,15 Mio. € gekostet. Hierüber hat der erste Beigeordnete der Stadt im Hauptausschuss am 25.01.berichtet. Der Vorschlag von Forspark setzt somit an der falschen Stelle an. Der lokale Einzelhandel geht im Rahmen der Pandemie und des Lockdowns nicht an der Gewerbesteuer bankrott. Vereinfacht ausgedrückt: Wer keine Gewinne erzielt, zahlt auch keine Gewerbesteuer.

Die Forderungen nach einer Senkung des Hebesatzes der Gewerbesteuer gehen vor dem Hintergrund der geschilderten Fakten klar in eine populistische Richtung. Scheinbar setzt man bei Forspark wieder einmal auf medienwirksame und einfach zu transportierende Botschaften. Dies ist nicht die Art der Politik, die Zusammen Leben Rösrath bevorzugt.

Der Einzelhandel braucht ein Signal der Solidarität

Im Zuge der Coronakrise und des weiter anhaltenden Lockdowns hat sich die Lage für den Einzelhandel, das Dienstleistungs- und Gastronomiegewerbe weiter verschärft. Viele örtliche Betriebe sind am Ende ihrer Möglichkeiten und brauchen dringend finanzielle und vor allem konzeptionelle Unterstützung. Neben den staatlichen Maßnahmen, die jeder für sich organisieren muss, brauchen wir zudem starke Solidarität und moralische Unterstützung für die ortsansässigen Betriebe. Nicht zuletzt, weil geschlossene Firmen keine Gewerbesteuer mehr hervorbringen.

ZLR stellt Antrag im Stadtrat

Vor diesem Hintergrund wird Zusammen Leben Rösrath in der nächsten Sitzung des Stadtrates einen Antrag zur Einrichtung eines Runden Tisches einreichen. Die Verwaltung soll beauftragt werden, hierzu ein Konzept zu entwickeln und einen geeigneten Teilnehmerkreis, z.B. mit Beteiligung der lokalen Interessengemeinschaften, Initiativen wie Rösrath liefert, des Stadtrates sowie Bürgerinnen und Bürgern für den Runden Tisch einzuladen.

Eine gemeinsame Strategie unter Federführung der Stadt muss her

Die Teilnehmer sollten die aktuelle Lage des Einzelhandels analysieren und gemeinschaftlich wirksame Maßnahmen erarbeiten. Dies sollte in eine abgestimmte Strategie münden, damit der regionale Einzelhandel, das Dienstleistungs- und Gastronomiegewerbe nicht massiv geschwächt aus der anhaltenden Pandemie hervorgehen. Zielsetzung für alle Beteiligten sollte sein, auch in den kommenden Jahren die gewachsene Wirtschaftsstruktur unserer Gemeinde zu erhalten und zu fördern.

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Pressemitteilung

Rösrath – die Zukunft muss warten

Die neue Koalition aus CDU und Grünen hat im vergangenen Herbst eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Der Zukunftsausschuss wurde ins Leben gerufen, der in der Zuständigkeitsordnung äußerst prominent angesiedelt ist: Er wird als dritter Ausschuss gleich nach dem Rat und dem Hauptausschuss genannt. Angesichts der großen Herausforderungen befürwortet ZLR ausdrücklich dessen Einrichtung.

Ganzheitliche Betrachtung der Stadtentwicklung für das Jahr 2030

Welche Aufgaben soll der Zukunftsausschuss künftig wahrnehmen? Eine zentrale Zielsetzung des Ausschusses soll die Beantwortung der Frage „Wie wollen wir in 2030 in Rösrath leben?“ sein. Im Verwaltungsdeutsch heißt das: „Der Ausschuss berät über strategische Grundsatzfragen und Koordinierung von Strategieprozessen in allen Themenbereichen (Rösrath 2030), insbesondere…“.

Ein Ausschuss also, in dem es um Querschnittsthemen zu den wichtigen Zukunftsfragen der Stadt geht: Stadtentwicklung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit, Energie, etc. Somit auch um die Strategien, mit denen diese Fragen angegangen werden sollen. ZLR erwartet vom Zukunftsausschuss, dass er zu einem Motor für die ganzheitliche Betrachtung der Entwicklung von Rösrath wird. Unsere Stadt muss weg von den oft durch Partikularinteressen geprägten Perspektiven und Entscheidungen.

Enttäuschend: die zweimalige Verschiebung der ersten Sitzung

Der Start lief aus Sicht von ZLR jedoch enttäuschend:  Da der Ausschuss kein Pflichtausschuss ist und nur diese zu Coronazeiten tagen, wurden die ersten beiden Sitzungen abgesagt; die erste Sitzung findet nun erst – sofern die Infektionslage dies zulässt – am 26. Mai 2021 statt. Zur Erinnerung: Die Kommunalwahlen haben im September 2020 stattgefunden, so dass man mindestens von einem verlorenen halben Jahr sprechen kann. Sicherlich kann man vor dem Hintergrund von Corona so entscheiden, setzt aber dadurch auch keine politischen Zeichen: So beginnt man keinen Aufbruch in eine andere politische Zukunft. Mit dieser Entscheidung wurde der lange herbeigesehnte Politikwechsel und der damit erhoffte Neuaufbruch in Rösrath also erstmal vertagt. Wir bedauern darüber hinaus, dass die Stadt weiterhin die rechtlich zulässige Möglichkeit von Onlineveranstaltungen blockiert.

Es geht auch anders – direkt bei unseren Nachbarn in Overath

Dass es auch anders und besser geht, zeigt die Nachbargemeinde Overath. Gleich nach Wahl des neuen Bürgermeisters gab dieser den Anstoß für die Strategische Entwicklungsplanung Overath 2040. Dieser Prozess soll Bürger:innen und alle relevanten Akteure (Politik, Ehrenamtliche, Vereine, die Wirtschaft, etc.) einbeziehen. Rösrath braucht dringend eine Antwort auf die Frage, wie wir im Jahr 2030/2040 in unserer Gemeinde leben wollen. Dafür ist ein breit angelegter, ganzheitlicher und beteiligungsorientierter Entwicklungsprozess notwendig.  Damit dieser starten kann fordert ZLR erneut die kurzfristige Ermöglichung hybrider, digital unterstützter öffentlicher Ausschuss-Sitzungen (für alle Ausschüsse). Es kann nicht sein, dass strategische Themen, die von einer hohen Relevanz für Rösrath sind, mit der Begründung nicht angegangen werden können, dass digitale Ausschussitzungen nicht möglich seien.

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Pressemitteilung Stellungnahme

Wir brauchen eine Initiative zur Stärkung der lokalen Wirtschaft!

Die Beschränkungen durch die Coronapandemie halten an und die Rösrather Selbständigen brauchen weiterhin dringend die Unterstützung durch Rösrather Bürger:innen und der Stadt. Ansonsten drohen Insolvenzen und eine Verödung unserer Zentren.

Bereits Ende November hat ZLR die Initiative „Rösrath lokal“ zur Stärkung des lokalen Einzelhandels, der Gastronomie und des Handwerks ins Leben gerufen. Uns ist wichtig, dass wir als Bürger:innen bei den in Rösrath ansässigen Selbständigen einkaufen, Dienstleistungen bestellen etc. Aus diesem Grunde haben wir die Postkartenaktion “Rösrath Lokal” durchgeführt, mit der wir die Menschen motiviert haben, verstärkt in Rösrather Geschäften einzukaufen.  

Mit einer Vielzahl von Ideen zur Stärkung der lokalen Wirtschaft sind wir auch mit dem Wunsch an die Verwaltung herangetreten, die Bürgermeisterin als Schirmherrin der Aktion “Rösrath Lokal” zu gewinnen. Denn die Bürgermeisterin ist die richtige Person, die verschiedenen Akteure (z.B. die  Sparkasse) und die Interessensgemeinschaften Rösraths IGF, IGH und GfR an einen Tisch zu bringen und zu beraten, ob und wie der Rösrather Wirtschaft geholfen werden kann.   

Aus unserer Sicht sind folgende Ideen auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen:  

  • Bewerbung der Initiative in den Medien-Verlinkung der vorhandenen Hilfsseiten auf der kommunalen Internetseite Rösraths 
  • Schaffung oder Unterstützung eines Online-Marktplatzes für das lokale Gewerbe, der über reine „elektronische Visitenkarten“ hinausgeht
  • Plakatierung auf den öffentlichen Werbeträgern 
  • Beilage von Einladungen/Informationen im täglichen Versand 
  • Gutschein-Initiative-Verlinkung mit den lokalen Netzwerken IGF, IGH, GfR etc 

Als gutes Beispiel für eine solche erfolgreiche Initiative können wir auf die Stadt Attendorn verweisen oder ebenfalls Schmallenberg im Sauerland.  

Bisher gibt es keine Unterstützung für die Initiative “Rösrath Lokal” durch die Stadt und es wurde seitens der Stadt auch bisher keine Initiative zur Stärkung der lokalen Wirtschaft angeschoben. Das finden wir bedauerlich, denn auf die Stärkung der regionalen Wirtschaft hatte Bondina Schulze bei der Bewerbung als Bürgermeisterin noch einen besonderen Schwerpunkt ihrer Kampagne gelegt.  

ZLR hält es für notwendig, dass die Stadt aus dem Winterschlaf erwacht und jetzt aktiv wird. Denn es brennt jetzt- jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen überleben werden. Daher appellieren wir weiterhin an die Bürgermeisterin, die relevanten Akteure an einen zu Tisch bringen und zu überlegen, ob und wie die Rösrather Wirtschaft in und nach der Pandemie gestärkt werden kann. Damit sind wir voll auf der “Linie” des Bundeswirtschaftsministers, der seine Erwartungshaltung gegenüber den Gemeinden dahingehend formuliert hat, als dass es die Kommunen sind, die vor Ort entscheiden, wie den Unternehmen in der Pandemie geholfen werden kann.  

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Stellungnahme

Kein Licht am Ende des Glasfaserkabels

Wie sagte vor wenigen Wochen ein führender Kommunalpolitiker zum Stand der Dinge, wir zitieren sinngemäß: „Wenn der Rheinisch-Bergische-Kreis (RBK) beim Breitbandausbau in der unteren Kreisklasse spielt, steht Rösrath auf einem der Abstiegsplätze“ – zutreffender kann man die Situation wohl kaum beschreiben.

Der im Rahmen der Digitalkonferenz vom 21.01.2021 durch den RBK vorgestellte Statusbericht erfüllte nicht die Erwartungen an eine nachvollziehbare Lagebeschreibung und verständliche Zieldarstellung.

Die Hoffnung bleibt – mehr aber auch nicht

Rösrather Familien, Gewerbetreibende, Bildungseinrichtungen, Ehrenamtliche, gemeinnützige Hilfseinrichtungen etc. und nicht zuletzt auch kommunale Standorte dürfen auf den schrittweisen Ausbau der Schlüsselinfrastruktur hoffen – mehr aber auch nicht!

Bislang gar nicht, bis völlig unterversorgte Stadtteile, Straßenzüge und Ortslagen sollen ab März 2023 einen Ausbau im 50 Mbit-Standard erhalten. Wer, wann genau ist heute noch nicht darstellbar. – Mehr Verbindlichkeit konnte der RBK, vertreten durch den regionalen Breitband-Koordinator, nicht vermitteln. Auch nach 2023 werden 890 Haushalte im Stadtgebiet unterversorgt bleiben. Diese sogenannten „weißen Flecken“ sollen im Rahmen eines zweiten Förderprojektes  an das „schnelle“ Internet angebunden werden. Allerdings gibt es für dieses Projekt noch keinen Zeitplan. Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen ist zu befürchten, dass die Anbindung der 890 Haushalte noch Jahre dauern wird.

D.h. auch nach 10 Jahren vollmundiger Versprechen in allen Wahlprogrammen der seit 2010 antretenden Parteien ist in Rösrath „kein Licht am Ende des Glasfaserkabels“ zu erkennen.

Andere Kommunen machen es besser

Was wir in Rösrath brauchen ist eine praktikable und bezahlbare Zwischenlösung, die sicherstellt, dass Rösrather Bürger:innen, Gewerbetreibende, Bildungseinrichtungen etc. sehr schnell Zugang zum schnellen Internet erhalten. Daher sollte von der Stadt geprüft werden, ob für Rösrath ein WLAN-basiertes Bürgernetz eine Alternative ist.

Eine nachvollziehbare und verbindliche Planung ist notwendig

Durch den Rheinisch-Bergischen Kreis ist eine transparente, verlässliche Termin- und Kostenplanung sicherzustellen. Darüber hinaus ist die regelmäßige Information der Rösrather Öffentlichkeit dringend geboten. Um das Projekt der Breitbandversorgung wirkungsvoll zu gestalten, müssen kurzfristige Lösungen erreicht und verlorenes Vertrauen der Rösrather:innen wieder hergestellt werden.

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Dialog

Unsere Umfrage – das haben Sie geantwortet

In den Wochen vor Weihnachten haben wir eine Umfrage zu Ihren Anliegen und Erwartungen an die Kommunalpolitik der nächsten Jahre gestartet. Insgesamt 500 Fragebögen haben wir nach dem Zufallsprinzip in Briefkästen in ganz Rösrath verteilt. Eine Beteiligung war auch digital über unsere Website möglich. Wir danken allen, die ihre Sicht der Dinge geteilt haben!

Auch wenn wir mit der Befragung keinen repräsentativen Anspruch erheben können, so geben die Antworten doch zahlreiche Hinweise darauf, in welche Richtung die Stadt Rösrath in Zukunft entwickelt werden sollte.

Der Wechsel an der Stadtspitze wird positiv wahrgenommen, aber zur Koalition gibt es auch kritische Stimmen

Der Wechsel an der Stadtspitze wird überwiegend als positiv empfunden (gut 70% der Antworten) und gibt ein deutliches Signal in Richtung „nicht weiter so“. Interessant war, dass in einer Reihe von Antworten auch schon Zweifel an der Koalition anklangen, obwohl zunächst nur nach dem Wechsel und der Person gefragt wurde.

Die Befragten wünschen sich eine Bürgermeisterin, die mit Geradlinigkeit und Standfestigkeit einen eigenen Kurs vertritt. Ganz eindeutig erwarten sie, dass die neue Bürgermeisterin in dem Prozess der Veränderung einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz setzen wird. Dass dies unter stärkerer Beteiligung von Bürger:innen bei der Entwicklung von Ideen und Veränderungen geschieht, wurde dabei ebenfalls thematisiert.

Eine maßvolle Stadtentwicklung soll ökologische Aspekte stärker berücksichtigen

Wir haben weiter gefragt: „Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen, die der neue Rat in den nächsten 5 Jahren unbedingt verfolgen muss?“ Auf diese Frage gab es die meisten (knapp 100) Stellungnahmen.

Stadtentwicklung (33,6%) und die Veränderung der bestehenden Verkehrssituation (26,5%) bei sind in den Augen der Befragten ganz wesentliche Themen, die der Rat in seiner politischen Arbeit in den nächsten fünf Jahren in Angriff nehmen muss.

Die Stadt soll nach Ansicht der Befragten maßvoll wachsen. Es wird gewünscht, dass Leitlinien zur Stadtentwicklung verstärkt ästhetische und ökologische Aspekte berücksichtigen. Schutz und Erhalt der Natur sowie die Förderung alternativer Energien wurden als weitere Bestandteile genannt. Dies alles solle sozial ausgewogen und unter der Teilhabe aller Gruppen und deren Anliegen geschehen.

Die bekannten Verkehrsprobleme in Rösrath beschäftigen viele Bürger:innen. Hier wird Abhilfe durch bessere Steuerung und Verringerung des Verkehrs erwartet. Radfahrer:innen sollen sicher und auf eigenen Routen an Ihr Ziel kommen können. Gleichzeitig soll der ÖPNV verbessert werden.

Die Vision: eine gepflegte und einladende Stadt im Grünen

Zuletzt wurden die Bürger:innen darüber befragt, wie sich Rösrath entwickeln soll. Mit einem großen Wort: nach ihrer Vision für Rösrath.

Knapp 60 Äußerungen gibt es zu dieser Frage, und es ist recht eindeutig, wie sich die Bürger:innen den Charakter von Rösrath in Zukunft vorstellen: eine Stadt im Grünen, die gepflegt und sauber ist. Mit Orten, an denen es einladend ist zu verweilen.

Die weiteren Rückmeldungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Bürger:innen wünschen sich eine Stadt, die Erhaltenswertes im Stadtbild pflegt und Neues in sinnvoller Weise integriert. Eine Stadt, die sich planvoll und in einer guten Balance entwickelt. Die Förderung von Handel und Gewerbe sorgt dafür, dass die Ortskerne vital bleiben und einer weiteren Verödung durch Spielhallen, Billigläden und Leerstände vorgebaut wird. Die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen sind integraler Bestandteil von städtischen Entwicklungskonzepten.

Zusammenfassend waren wir überrascht, welch eindeutige und klare Vorstellungen die Rösrather Bürger:innen uns zurückgemeldet haben. Stadtentwicklung, Ökologie und Verkehr sind Themen, welche die Befragten besonders beschäftigen. Zusätzlich möchten die Menschen in unserer Gemeinde in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Für uns ist das Ergebnis dieser Umfrage zwar nicht repräsentativ, aber doch ein wichtiges Meinungsbild, das unsere künftige politische Arbeit im und außerhalb des Stadtrates beeinflussen wird. Wir bedanken uns für die Teilnahme.

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Pressemitteilung

ZLR unterstützt die Würdigung des Lebenswerks von Philomena Franz

Vor einem knappen Jahr brachte Matthias Buth einen Bürgerantrag in den Hauptausschuss ein, durch die Benennung einer Straße nach Philomena Franz diese als Anwältin der Versöhnung zu ehren.

Das Ergebnis ist bekannt: der Hauptausschuss lehnte den Antrag nahezu einstimmig ab. Der damalige Bürgermeister reagierte auf ein Protestschreiben von ZLR mit dem Hinweis, der künftige Rat werde sich wohl mit dieser Sache noch einmal beschäftigen.

Matthias Buth wird im Januar durch die Gründung eines Vereins (Philomena-Franz-Forum) eine organisatorische Plattform schaffen, um das Lebenswerk von Philomena Franz zu würdigen und zu präsentieren. Außerdem will er damit auch erneut das Anliegen aufgreifen, eine Straße oder aber die neue Gesamtschule nach Philomena Franz zu benennen.

Ganz sicher wäre die Benennung einer Schule ein besonders geeigneter Weg, Frau Franz zu ehren: es war ihr immer ein besonderes Anliegen, Schülerinnen und Schülern von den Gräueltaten der Nazizeit und ihrer persönlichen Verfolgung zu berichten. Ganz besonders aber lag ihr am Herzen, Schülerinnen und Schülern ihre Botschaft der Versöhnung nahezubringen.

Aus diesem Grund unterstützt ZLR das Anliegen, Frau Franz und ihr Lebenswerk durch die Umbenennung der neuen Gesamtschule zu würdigen.

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Impulse

„Rösrath lokal“ – machen Sie mit!

Initiative für einen lebendigen Handel, Gastronomie und Dienstleistung

Corona hat vieles in diesem Jahr verändert. Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsgewerbe in unserer Region sind existenziell bedroht. Dabei wollen wir als Zusammen Leben Rösrath nicht tatenlos zusehen. Wir werden mit der Kampagne „Rösrath lokal“ für den Einkauf vor Ort – natürlich mit Abstand und Einhaltung der geltenden Regeln.

  • Verzichten Sie for allem auf den reinen Online-Einkauf. Gucken Sie, was es vor Ort gibt.
  • Verschenken Sie Gutscheine für Restaurants und Cafés als auch für Dienstleistungen aller Art.
  • Ganz wichtig jedoch ist jetzt und auch in naher Zukunft: Werben Sie für „Rösrath lokal“ und ermuntern Sie andere zum Einkauf im „eigenen Dorf“.

Zusammen lokal – zusammen füreinander

Teilen Sie es auch anderen mit

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Postkarten von "Rösrath lokal"

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Stellungnahme

Rösrather Wirtschaft in Not

Vorschlag für die Initiative Rösrath lokal

27.11.2020

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schulze,

im Zuge der Corona-Pandemie möchte die Wählergemeinschaft „Zusammen Leben Rösrath“ der Stadtverwaltung die Gründung der Initiative „Rösrath lokal“ vorschlagen. Diese dient der Stärkung des lokalen Einzelhandels, der Gastronomie und des Handwerks. Über diese Initiative könnte die Stadt die Bürger:innen von Rösrath motivieren, den diesjährigen Weihnachtseinkauf und Genuss „im Dorf zu lassen“.

Der Online-Handel ist in diesem Jahr ein stark wachsender Wirtschaftssektor; Zuwächse in Milliardenhöhe sind bereits jetzt absehbar. Die Kehrseiten sind uns hinlänglich bekannt, insbesondere der kommunale Einzelhandel hat unter diesem Wandel zu leiden.

Für uns bedeutet der Trend zum Online-Handel:

  • Schwächung des lokalen Einzelhandels und der Gewerke
  • Massiveres Aufkommen von Botendiensten als ökologische Belastung
  • Geringere Steuereinnahmen durch wegbrechende Gewerbesteuer
  • Mögliche Verkümmerung der lokalen Versorgungsstruktur
  • Reduzierung sozialer Kontakte und menschlicher Interaktion in Zukunft

Vor dem Hintergrund der genannten Probleme schlagen wir vor, dass die Stadt Rösrath im Rahmen dieser Initiative kurzfristig Ideen entwickelt und Maßnahmen umsetzt, die die „kommunale Wirtschaft“ unterstützt. Wir können und wollen die Initiative„Rösrath lokal“ gerne mit unserer Expertise und Erfahrung unterstützen.

Aus unserer Sicht sind mögliche und kurzfristig umsetzbare, wirksame Ideen einer solchen Initiative folgende Maßnahmen:

  • Bewerbung der Initiative in den Medien-Verlinkung der vorhandenen Hilfsseiten auf der kommunalen Internetseite
  • Schaffung eines Werbekaufhauses auf einer Plattform
  • Plakatierung auf den öffentlichen Werbeträgern
  • Beilage von Einladungen/Informationen im täglichen Versand
  • Gutschein-Initiative-Verlinkung mit den lokalen Netzwerken IGF, IGH, IGR etc.

Als gutes Beispiel für eine solche erfolgreiche Initiative können wir auf die Stadt Attendorn verweisen: www.attendorn.de oder ebenfalls Schmallenberg im Sauerland.

Wir würden uns freuen, wenn Sie die Notwendigkeit einer solchen Initiative auch sehen und Lust an einem weiteren – zunächst bilateralen – Austausch in der Sache haben.

Weitere uns bekannte Interessensverbände und Initiativen sollten wir nach einer grundsätzlichen Bereitschaft und Ausrichtung in die Beratungen und Umsetzungen holen.

Mit freundlichen Grüßen

Brian Wonner-Müschenborn
1. Vorsitzender der WG ZLR
und Giselher Dick
Beirat

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Pressemitteilung Stellungnahme

Wählerwille „Weiter so?“

Die Katze ist aus dem Sack, das Bündnis der Grünen und der CDU für den Stadtrat in Rösrath steht. Der Zusammenschluss kam nicht unerwartet, aber nach Ansicht von Zusammen Leben Rösrath folgt dieser nicht dem Wählerwillen. Knapp 12% Stimmenanteil für die neuen Wählergemeinschaften (und damit auf Augenhöhe mit der SPD) zeigt, dass was nicht stimmt im Städtchen Rösrath. Auch die Bürgermeisterinnenwahl hat gezeigt, dass die Rösrather mehrheitlich die Politik der vergangenen Jahre abgewählt haben. Gespräche mit den Grünen nach der Wahl haben uns sehr frühzeitig gezeigt, dass die auch von Bondina Schulze proklamierte Aufbruchsstimmung schnell dahin war. Schon Anfang Oktober war für ZLR klar erkennbar, dass die Grünen ein „Weiter so“ mit der CDU favorisierten. Gegen diese Politik sind wir in der Kommunalwahl angetreten. Vor diesem Hintergrund hatten wir uns als erste Partei bereits am 11.10. entschieden, in die Opposition zu gehen.

Betrachten wir die Kooperationsvereinbarung

Ein Blick in die Kooperationsvereinbarung zwischen Grünen und CDU lässt zudem Beunruhigendes erkennen. Am Anfang liest sich das Papier mit Forderungen nach mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung noch so als hätten beide Parteien das Wahlprogramm von ZLR einige Male zu häufig gelesen. Im weiteren Verlauf des Papiers treten aber entscheidende Widersprüche zutage.

Der Kölner Stadtanzeiger hat nach der Kommunalwahl hervorgehoben, dass die Wähler sich für was Neues entschieden haben: „Klar ist aber, dass die Wähler nun für einen Aufbruch gestimmt haben – für eine Stadtentwicklung mit ökologischem Schwerpunkt.“ (Quelle: KStA vom 29.09.2020, „Kommentar zur Stichwahl Auch die Bürger in Rösrath sind gefordert“). Im Kooperationspapier von Grünen und CDU tritt der ökologische Schwerpunkt und Neuaufbruch in den Hintergrund. So stellen die Parteien z.B. fest, dass Rösrath Pendlerstadt als Kommune im Kölner Speckgürtel ist und weiterhin Zuzugsgebiet sein soll. Zwar wird der Charakter einer grünen Stadt hervorgehoben, allerdings zur Stärkung des sozialen Wohnungsbaus setzt das Bündnis auf eine „maßvolle Verdichtung im Innenbereich“.

Kritische Reflexion der Vergangenheit ist gefragt

Wenn nun der Kooperationsvertrag von dem Ziel der „maßvollen Verdichtung“ spricht, liest sich das auf den ersten Blick wie eine vernünftige Abwägung. Es fehlt CDU und Grünen aber an einer kritischen Betrachtung der eigenen Vergangenheit. Wenn Wählergemeinschaften wie Forspark mit einem Einpunkteprogramm gegen die Bebauung der Heidchenwiese in Forsbach-Nord-Ost mehr als 32% der Wählerstimmen bekommen, dann kann es gerade kein „weiter so“ mehr geben. Dann fehlt es den Kooperationsparteien an einer kritischen Reflektion von Bausünden der vergangenen Jahre. Ganz im Gegenteil: Misslungene Bauprojekte werden im Kooperationsvertrag als richtungsweisend dargestellt. So sprechen Grüne und CDU z.B. im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Sülztalplatzes davon, dass „in der vergangenen Wahlperiode vieles erreicht“ wurde.

Unsere Forderung nach einem Leitbild für Rösrath ist aktueller denn je

Zusammen Leben Rösrath hat mit Forderungen nach neuen Städtebau- und Verkehrskonzepten in der Bevölkerung großen Zuspruch erhalten. Der Erfolg der neuen Wählergemeinschaften zeigt deutlich, dass andere Lösungen als eine „Verdichtung“ hermüssen: Rösrath muss die grüne Stadt vor den Toren Kölns werden. Dem erfolgreichen Vorbild anderer Kommunen folgend, muss ein Leitbild für die künftige städtebauliche Entwicklung Rösraths erstellt werden. Dieses sollte konsequent auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. ZLR schlägt hierfür die Einrichtung einer Werkstatt mit Bürger:innen, Politik, Verwaltung und Fachleuten vor. Die Stadt Rösrath muss sich künftig diesem Leitbild verpflichten und die gemeinsam definierten Ziele bei der Stadtplanung berücksichtigen. Nur so kann dem Wählerwillen gegen ein „weiter so“ der Rösrather Politik entsprochen werden.